Was sind nun eigentlich Bedürfnisse?

Ein Beispiel aus dem Alltag:
Ich komme vom Einkaufen zurück bepackt mit schweren Einkaufs-taschen. In der Küche sitzt mein Partner und liest Zeitung. Ich fauche ihn an: „Hauptsache, Du kannst hier gemütlich sitzen!“. In dem Moment, in dem mir mein Bedürfnis klar geworden ist – nämlich, dass ich Unterstützung brauche – kann ich meinen Partner ohne Vorwürfe bitten, mir beim Tragen zu helfen.

Wenn die Konfliktparteien sich erst einmal ihrer Bedürfnisse bewusst werden, sind sie in der Regel in der Lage, Lösungen für ihre Probleme selbst zu entwickeln.
Die Mediatorin unterstützt sie dabei, indem sie darauf achtet, dass Schuldzuweisungen oder Vorwürfe, wenn sie im Eifer des Gefechtes doch noch geäußert werden, umformuliert werden in Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche.

Hilfreich ist es, wenn zum Abschluss der Mediation eine Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien getroffen wird. Diese wird von der Mediatorin schriftlich festgehalten und von allen unterschrieben.
Gegebenenfalls wird nach einem festgelegten Zeitraum die Praxis-tauglichkeit der Vereinbarung noch einmal gemeinsam überprüft.

Was wir tun


Mediation
Mediation ist eine Möglichkeit, Streitigkeiten oder Missverständnisse zwischen Konfliktparteien zu klären.
Dabei ist die Mediatorin keine Schiedsrichterin. Sie hört sich die Schilderung des Problems an, ohne zu werten und ohne nach Ursachen oder Schuldigen zu suchen. In der Mediation geht es nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um gegenseitiges Verstehen.
Die Mediatorin unterstützt die Konfliktparteien dabei, deren Gefühle zu erkennen, die durch unbefriedigte Bedürfnisse zu Wut, Ärger Entäuschung etc. und damit zu den Konflikten geführt haben.

Konfliktberatung
Bei konkreten Konflikten im Bereich von Unternehmen, Gewerkschaften, Vereinen etc. bieten wir an, mit den Betroffenen gemeinsam an den Unstimmigkeiten oder Missverständnissen zu arbeiten. Wobei wir keine Schuldfragen klären, sondern die Gefühle, Bedürfnisse und Ziele der Beteiligten herausarbeiten und gemeinsam Lösungswege finden.
Das kann unterschiedliche Angebote bedeuten:
• begleitete Teamsitzungen,
• Kommunikationstraining,
• innerbetriebliche Veränderung von Strukturen oder
andere zielführende Maßnahmen.

Kommunikationstraining
Im Rahmen von Wochenend- oder Tagesseminaren lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Grundlagen der Kommunikation.
Sie lernen darüber hinaus:
• ohne Vorwürfe, Schuldzuweisungen oder Appelle Konfliktgespräche führen zu können,
• wertschätzend miteinander umzugehen,
• Kritik zu äußern und anzunehmen, ohne Andere abzuwerten,
• kreativ mit Ärger umzugehen.

Konfliktlotsenausbildung
Seit März 2010 bilden wir Konfliktlotsen für eine Bundesbehörde aus.
Wir bieten diese zehntägige Schulung auch für andere Träger an.
Nähere Einzelheiten erläutern wir gerne auf Anfrage.