Die Socke
In unregelmäßigen Abständen deponierte ein Ehemann seine ausgezogenen Klamotten auf der Waschmaschine im Badezimmer. So bildete sich dort jeden Abend ein kleiner oder manchmal auch größerer Haufen.
Die Ehefrau des Mannes war hiervon nicht sehr angetan, so wie auch einige andere Verhaltensweisen ihres Mannes sie sehr ärgerten und zunehmend schwerer für sie zu ertragen waren.
Der Ehemann litt sehr unter der ständigen Kritik, die seine Ehefrau an ihm äußerte und wurde immer ärgerlicher, weil er meinte, ihr nichts mehr recht machen zu können. Außerdem fehlte ihm das harmonische Miteinander wie er es aus den ersten Ehejahren kannte.
Die Situation wurde für beide immer angespannter und so beschlossen sie, mit Hilfe einer Mediation ihre Konflikte anzupacken. Mit unserer Unterstützung lernten sie, ohne Vorwürfe dem Partner mitzuteilen, was sie fühlten, brauchten und sich vom Anderen wünschten. Die Eheleute haben auch heute noch ihre Konflikte, sie haben aber gelernt, wertschätzend und ehrlich miteinander umzugehen, so dass Konflikte von ihnen mittlerweile als Chance für eine gemeinsame Weiterentwicklung gesehen werden.

Kommunikationstraining, Konfliktberatung und Mediation für Paare


Ein Fallsbeispiel

Ein Ehepaar kam zu uns in die Mediation. Die Frau wollte sich vom Ehemann trennen. Die Stimmung zwischen den beiden war deshalb auch so gereizt,weil ein Gespräch miteinander überhaupt nicht mehr möglich war. Die Dialoge eskalierten mit den immer gleichen Vorwürfen.

Um ihnen deutlich zu machen, wie es zu diesem Teufelskreis kam, schlugen wir vor, ganz einfach mit mit dem Beispiel des letzten Tages zu arbeiten:

Er: Geh doch ruhig zum Geburtstag Deiner Freundin, ich bleibe bei den Kindern.
Sie: Wenn das für Dich o.k. ist?
Er: Ja, geh nur. (Mimik, Tonfall und Körperhaltung signalisieren etwas anderes)
Sie: Dann gehe ich jetzt.
Er: Wann kommst Du zurück? (wünscht sich, dass er sie noch sieht, solange
er wach ist)

Sie: nicht so spät. (ärgerlich und frustriert, dass sie nicht offen lassen kann, wann sie dort aufbricht und dass er sie das immer fragt oder anruft, wann sie denn nach Hause käme)

Sie ging mit schlechtem Gewissen und dachte, am liebsten wäre es ihm, ich bliebe zuhause.... dachte, jetzt kommt sie absichtlich so spät, dass ich schon
schlafe.... So interpretierten beide die Gedanken des anderen und waren übellaunig und gereizt.

Wir übten mit den beiden in der Mediation im Rollenspiel einen Dialog, der für beide Klarheit über ihre Bedürfnisse ausdrückte.

Er: Geh doch ruhig zum Geburtstag Deiner Freundin, ich bleibe bei den Kindern.
Sie: Wenn das für Dich o.k. ist?
Er: ja, aber ich würde dich gerne noch sehen, bevor ich ins Bett gehe – das ist so gegen 22.30 Uhr.
Sie: Das möchte ich Dir nicht versprechen. Ich würde es gerne von der Stimmung auf dem Geburtstag abhängig machen, wann ich zurückkomme. Ich habe ein Bedürfnis nach Autonomie und Spontanität und möchte mich nicht festlegen. Ich habe meine Freundin so lange nicht gesehen.
Er.: Das finde ich schade, ich hätte dich gerne gesehen vor dem Einschlafen.
Sie: ich möchte mich heute nicht festlegen. Danke, dass Du bei den Kindern bleibst.
Er: ich wünsche Dir einen schönen Abend.

Nun sind zwar in diesem Fall die Bedüfnisse unterschiedliche, aber es ist zumindest Klarheit geschaffen für die konkrete Situation und vermieden, dass die beiden ihre Energie damit vergeuden, sich über das, was der andere denken möge, den Kopf zerbrechen.